Die neue Handelswoche verspricht Spannung auf mehreren Ebenen. Während die Märkte den großen Verfallstag weitgehend ohne größere Ausschläge überstanden haben, rücken nun wieder die Faktoren in den Vordergrund, die zuletzt für erhöhte Unsicherheit gesorgt haben. Vor allem die geopolitische Lage dürfte Anleger in den kommenden Tagen intensiv beschäftigen.

Iran-Konflikt bleibt ein Risikofaktor

Besonders das Verhältnis zwischen den USA und dem Iran steht erneut im Fokus. Nachdem zuletzt Hoffnungen auf eine nachhaltige Einigung aufgekommen waren, gibt es mittlerweile wieder Berichte über Unklarheiten und offene Punkte innerhalb des geplanten Abkommens. Die Situation scheint also weiterhin nicht vollständig geklärt zu sein.

Für die Finanzmärkte bedeutet das vor allem eines: Der Ölpreis bleibt anfällig für größere Schwankungen. Jede neue Meldung aus diesem Themenbereich könnte unmittelbar Einfluss auf die Preisentwicklung am Energiemarkt nehmen. Gleichzeitig bleibt die Frage offen, wie stark sich mögliche negative geopolitische Nachrichten auf den deutschen Aktienmarkt auswirken werden.

DAX liefert Kaufsignal – Allzeithoch im Visier

Aus technischer Sicht präsentiert sich der Deutsche Leitindex aktuell weiterhin erstaunlich robust. Trotz aller Unsicherheiten konnte der DAX in der vergangenen Handelswoche sogar ein neues Kaufsignal generieren.

Damit bleibt das Allzeithoch bei rund 25.430 Punkten das zentrale Ziel auf der Oberseite. Die spannende Frage lautet nun: Reicht die Kraft der Käufer aus, um diesen Widerstand nachhaltig zu überwinden?

 Sollten geopolitische Belastungsfaktoren ausbleiben und am bisherigen Rekordhoch neues Kaufinteresse aufkommen, könnte genau dort der lange erwartete Befreiungsschlag gelingen. Anders als bei den bisherigen Anläufen wäre dann nicht mit einem erneuten Abverkauf zu rechnen, sondern mit einem nachhaltigen Ausbruch auf neue Höchststände.

Noch liefert der Chart jedenfalls keinen Anlass für größere Sorgen. Die Bullen haben weiterhin die besseren Karten.

EUR/USD: Entscheidung an einer wichtigen Wegmarke

Auch am Devisenmarkt wird die kommende Woche interessant. Nachdem sowohl die US-Notenbank FED als auch die Europäische Zentralbank ihre Zinsentscheidungen veröffentlicht und ihre Einschätzungen zur weiteren Geldpolitik abgegeben haben, sind die wichtigsten Informationen zunächst verarbeitet.

Der Rückfall unter die Marke von 1,1575 USD hat die nächsten technischen Kursziele bei 1,1500 USD, 1,1442 USD sowie 1,1412 USD erreicht. Nun richtet sich der Blick auf die Frage, ob der Euro zunächst eine technische Gegenbewegung starten kann.

Eine Rückkehr über die Marke von 1,1500 USD würde kurzfristig für Entspannung sorgen. Sollte der Verkaufsdruck allerdings anhalten und die Unterstützung im Bereich von 1,1410 USD nachhaltig unterschritten werden, könnte sich die Abwärtsbewegung deutlich beschleunigen. In diesem Fall wären mittelfristig sogar Kursziele im Bereich der Marke von 1,1000 USD denkbar.

US-Märkte vor einer wichtigen Bewährungsprobe

Besonders spannend dürfte der Wochenstart an den US-Börsen verlaufen. Die großen Indizes sind unmittelbar vor dem Feiertagswochenende erneut an ihre Rekordstände herangelaufen.

Historisch betrachtet beginnt nun allerdings eine Phase, die in sogenannten Midterm-Wahljahren häufig zu den schwierigsten Börsenabschnitten gehört. Die entsprechenden Backtests über den Zeitraum von 1950 bis 2025 zeigen, dass ab Mitte Juni oftmals eine deutlich höhere Volatilität und eine erhöhte Korrekturanfälligkeit auftreten.

Daher stellt sich nun die entscheidende Frage: Entstehen an den Allzeithochs neue Verkaufssignale oder gelingt den Bullen erneut der Sprung auf neue Rekordstände?

Sollte das saisonale Schwächeszenario ausbleiben, könnten die Käufer ihre Dominanz weiter ausbauen und die Rally fortsetzen. Unterstützung könnte dabei von der anstehenden Berichtssaison kommen.

Micron, Carnival und FedEx im Fokus

Aus dem Technologiesektor richtet sich am 24. Juni der Blick auf Micron. Die Quartalszahlen und vor allem der Ausblick auf die kommenden Quartale dürften erheblichen Einfluss auf den gesamten Halbleitersektor haben.

Positive Signale könnten die zuletzt starke Entwicklung vieler Technologie- und KI-Aktien weiter unterstützen. Entsprechend aufmerksam wird die Wall Street die Aussagen des Managements verfolgen.

Bereits am 23. Juni veröffentlicht Carnival Corporation seine Geschäftszahlen. Hier stehen insbesondere die Buchungslage für kommende Reisen sowie die Auswirkungen der zuletzt rückläufigen Ölpreise im Mittelpunkt. Sollten Verbraucher trotz hoher Lebenshaltungskosten weiterhin kräftig für Urlaubsreisen ausgeben, wäre dies ein positives Signal für die gesamte Konsumwirtschaft.

Ebenfalls am 23. Juni legt FedEx seine Zahlen vor. Diese Veröffentlichung besitzt traditionell eine hohe Aussagekraft für die wirtschaftliche Entwicklung in den USA. Anleger achten hier besonders auf das Sendungsvolumen und die Prognosen für die kommenden Quartale.

Denn eine schwächere Nachfrage bei FedEx wird an der Wall Street häufig als Frühindikator für eine nachlassende Wirtschaftsaktivität interpretiert. Umgekehrt könnten robuste Zahlen die Sorgen vor einer stärkeren Konjunkturabkühlung deutlich reduzieren.

Fazit

Die kommende Handelswoche bietet damit zahlreiche potenzielle Impulsgeber. Geopolitische Entwicklungen rund um den Iran, die Entscheidungssituation am Allzeithoch des DAX, wichtige technische Marken im EUR/USD sowie mehrere richtungsweisende Quartalsberichte dürften die Agenda bestimmen.

Besonders spannend wird dabei die Frage sein, ob die Aktienmärkte ihre jüngste Stärke bestätigen können oder ob die saisonal schwierige Phase in den USA erstmals größere Spuren in den Kursverläufen hinterlässt.

Damit wünsche ich Ihnen ein entspanntes Wochenende und einen erfolgreichen Start in die kommende Handelswoche. Folgen Sie uns auch auf unserem YouTube-Kanal Tickmill Deutsch - YouTube, um sich auch in der kommenden Handelswoche über neue Handelsideen zu informieren und nutzen Sie gleich die Gelegenheit, sich mit einem Klick auf www.tickmill.com über die top Konditionen und Handelsmöglichkeiten zu informieren.

 

Ihr Tickmill-Analyst Mike Seidl